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Die Medizinische Praxiskoordinatorin administrativer und klinischer Richtung

Bericht DEFACTO 01/2017, Dr. med. Emil Schalch, Hausarzt, ehemaliger Präsident der OdA Berufsbildung Medizinische Praxisassistentin und Bruno Gutknecht, Sekretär OdA Berufsbildung Medizinische Praxisassistentin, Zentralsekretär SVA

Zu diesem Zweck wurde eine spezielle Trägerschaft, eine in der ambulanten Medizin repräsentativ abgestützte Organisation der Arbeitswelt, gegründet. Ausbildungskonzept Die Ausbildung zur Praxiskoordinatorin wird in Modulen von 40 bis 60 Lektionen vermittelt. Sie beinhaltet einerseits Module im Bereich des Praxismanagements und der Personalführung und andererseits weiterführende und auf die Grundbildung der Medizinischen Praxisassistentin aufbauende medizinische Module und wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Der Entscheid zugunsten einer modularen Ausbildung liegt darin begründet, dass damit erfahrene und mehrjährig tätige Medizinische Praxisassistentinnen angesprochen werden sollen, die sich bereits in ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn für eine Schlüsselposition in der Praxis empfohlen haben. Das Arbeitsumfeld in der ambulanten medizinischen Versorgung ist von einer immer grösser werdenden Lücke zwischen nachgefragten und angebotenen Konsultationen beim Hausarzt und der Zunahme von älteren Menschen mit komplexen chronischen Krankheiten geprägt. Der dadurch entstehenden Überlastung der Arztpraxen kann durch einen vermehrten Einbezug der Medizinischen Praxisassistentin in verantwortungsvolle Tätigkeiten im Rahmen eines Teamansatzes begegnet werden. Medizinische Praxiskoordinatorinnen bzw. Medizinische Praxiskoordinatoren mit eidg. Fachausweis stellen mit ihrer Arbeit sicher, dass die ihnen anvertrauten Klienten die bestmögliche medizinische Versorgung innert nützlicher Frist erhalten. Als Kaderangehörige müssen sie stets ein Auge auf die Kosten halten und zur wirtschaftlichen Gesundheit ihrer Unternehmung beitragen. Durch ein in der Arztpraxis selbst von Grund auf erworbenes, fundiertes Wissen über die administrativen, klinischen und wirtschaftlichen Arbeitsabläufe und ihre spezifische Weiterbildung sind Medizinische Praxiskoordinatorinnen und Medizinische Praxiskoordinatoren befähigt, aus einer Gesamtschau heraus ihren Teil an einer zukunftsfähigen Positionierung des Unternehmens Arztpraxis beizutragen. Medizinische Praxiskoordinatorin praxisleitender Richtung in Kürze Medizinische Praxiskoordinatorinnen und Medizinische Praxiskoordinatoren praxisleitender Richtung verbinden klinisch medizinische Erfahrung mit GeschäftsführungsKnow-how. Sie arbeiten in einer Kaderfunktion und sind in einer Arztpraxis mit dem selbstständigen Führen des Personals und des Personalwesens, des Einkommensmanagements, des Praxismarketings und der Qualitätssicherung betraut.

MPK Schema

Medizinische Praxiskoordinatorin klinischer Richtung in Kürze

Medizinische Praxiskoordinatorinnen oder Medizinische Praxiskoordinatoren klinischer Richtung arbeiten in einer Arztpraxis und betreuen unter der Verantwortung einer Ärztin oder eines Arztes Menschen mit einer oder mehreren chronischen Krankheiten. Dabei erfassen sie die aktuelle Lage der Patientin oder des Patienten, planen gestützt auf evidenzbasierte Vorgaben die weitere Betreuung, fördern ihre oder seine Selbsthilfekompetenz und die Pflegekompetenz der Angehörigen, koordinieren Leistungserbringer und erleichtern den Zugang zu den kommunalen Ressourcen. Sie kennen die wichtigsten Aufgaben und Handlungskompetenzen der Fachpersonen im Gesundheitswesen und respektieren ihre eigenen fachlichen und beruflichen Grenzen. Damit kommt den Praxiskoordinatorinnen im interprofessionellen Netzwerk eine zentrale Funktion in der Behandlungskette zu.

Die Medizinische Praxiskoordinatorin: schon jetzt ein Erfolgsmodell

Seit der Inkraftsetzung der Prüfungsordnung im Februar 2015 haben über 80 Kandidatinnen den Fachausweis erworben, rund ein Drittel in der klinischen Fachrichtung und zwei Drittel in der praxisleitenden Fachrichtung. Im laufenden Jahr 2017 ist zu erwarten, dass rund 100 Kandidatinnen zur Prüfung antreten werden, erstmals darunter eine starke Gruppe aus der Westschweiz. Die Chancen der Berufsfrauen auf dem Arbeitsmarkt sind intakt, insbesondere sind die Absolventinnen der praxisleitenden Fachrichtung als Kaderpersonen und Teamleiterinnen in Gruppenpraxen und Ärztenetzwerken sehr gefragt. Der Einsatz der Medizinischen Praxiskoordinatorinnen wird dann an Attraktivität – auch für die Hausarztpraxis – stark gewinnen, wenn ihre Beratungsleistungen in der Arbeit mit dem chronisch kranken Patienten ihren Niederschlag im neuen ambulanten Arzttarif findet und die Leistungen abgerechnet werden können.

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