KVG-Revision / Managed Care-Vorlage

Am 30. September 2011 hat der Nationalrat nach über 7-jähriger Diskussion als letzte beratende Instanz die sogenannte Managed-Care-Vorlage angenommen. Sie enthält die Förderung der integrierten Versorgung und einen neuen verfeinerten Risikoausgleich.

Stellungnahme der Argomed Ärzte AG

Auszug Behauptungen der Vorlage-Gegner

Behauptung Wirklichkeit
Managed Care ist Billigmedizin – da werden einem im schlechtesten Fall Abklärungen und Behandlungen vorenthalten Integrierte Versorgung ist in aller Regel günstiger als die Standardversorgung. Aber nicht, weil Ihnen als Patient wirklich nötige Abklärungen und Behandlungen vorenthalten werden. Sondern weil die einzelnen Behandlungsschritte optimal aufeinander abgestimmt sind. Deshalb gibt es weniger Doppelspurigkeiten, zum Beispiel bei Laboruntersuchungen oder beim Röntgen. Durch die bessere Koordination treten auch weniger Komplikationen auf, zum Beispiel schädliche Wechselwirkungen bei der Einnahme von mehreren Medikamenten.
Managed-Care-Patienten sind Zweitklass-Patienten, weil der Arzt sparen muss. Ärzte und Ärztinnen dürfen bei der Behandlung keine Unterschiede machen – das verbieten die ethischen Regeln ihres Berufes. Zudem wissen sie häufig nicht, wie der Patient versichert ist, also können sie gar keinen Unterschied machen.
Managed Care beschränkt die freie Arztwahl – das ist eine Entmündigung der Patienten. Die Integrierte Versorgung hat im Grundsatz nichts mit der freien Arztwahl zu tun. Sie bezweckt in allererster Linie, die einzelnen Behandlungsschritte optimal aufeinander abzustimmen und dadurch eine bessere Medizin zu gewährleisten. Deshalb wählt inzwischen die Hälfte aller Leute in der Schweiz ein Versicherungsmodell, das diese Abstimmung fördert. Dafür schränken sie freiwillig die Arztwahl ein, das heisst, sie sind bereit, bei gesundheitlichen Beschwerden als erstes immer den gleichen Arzt oder die gleiche Praxis zu kontaktieren; dafür werden sie optimal begleitet und mit einem Prämienrabatt belohnt. Die Einschränkung erfolgt also ganz bewusst ein – eine «Entmündigung» ist das mitnichten.

Ärztenetze in der Schweiz 2012: Eindrückliches Wachstum

  • Die neueste Erhebung zeigt eine Verdoppelung der Versicherten innert vier Jahren.
  • Über 1,3 Millionen Versicherte sind heute einem der Ärztenetze in der Schweiz angeschlossen, das entspricht gegenüber 2010 einem Zuwachs von über 50% und gegenüber 2008 mehr als eine Verdoppelung. >> Zum Artikel

Behauptungen und Realität

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